Einige Leserinnen und Leser werden sich jetzt bestimmt denken, dass wir alle ja den ein oder anderen, größeren oder kleineren „Knacks“ haben.
Andere sind sicher gespannt darauf, über welchen „Knacks“ ich gleich schreiben werde und sind sicher neugierig, wessen „Knacks“ im Vergleich besser abschneidet 😊
Am Ende des Beitrags, da bin ich mir ziemlich sicher, wirst Du den Titel von mindestens einem Buch oder Podcast in eine Suchmaschine eingeben, und sogar auf der Suche nach dem eigenen Knacks sein😊 Aber bitte… keine Vergleiche, denn so ein „Knacks“ ist schon recht einzigartig.
Im Januar 2025 wurde ich auf der IG Seite des Bloggers und Podcasters Tim Schlenzig von mymonk auf das Buch: Der Feind in meinem Kopf von Matthias Hammer aufmerksam. Toller Titel, dachte ich mir, und versuchte das Buch gleich über spotify zu hören. Schnell habe ich aber gemerkt, dass ich das sehr komplexe Buch besser lesen als hören sollte. Also ging ich kurzerhand zu Thalia und kaufte mir das letzte Exemplar in der Buchhandlung
Worum geht es, und was hat das mit dem“ Knacks“ in meinem Kopf zu tun?
In dem Buch werden innere Anteile wie die inneren Kritiker und Antreiber, Katastrophisierer, Harmoniesüchtiger und Vermeider behandelt. Ich konnte anhand eines einfachen Testes meine inneren Anteile kennenlernen, und natürlich auch, wie ich mit diesen am besten umgehen kann.
Ein regelrechter WOW-Moment. Den Knacks erkennen, einen Namen geben und einen komplett neuen Umgang mit diesem pflegen…
Warum ich so weit ausholen musste…
Ende August diesen Jahres war ich auf einem Seminar für Betriebsrätinnen in Regensburg. Ein Seminar, nur für Frauen! Meine anfängliche Angst, dass wir uns binnen kürzester Zeit die Augen auskratzen würden verflog schon nach der Vorstellungsrunde.
Eine sehr engagierte Seminarleiterin brachte uns immer wieder in Kleingruppen zusammen, damit wir möglichst viele Inhalte erarbeiten. Es wurde ein ziemlich lebendiger Workshop!
In einer Zweiergruppe sollten wir uns gegenseitig zwei vermeintlich ganz einfache Fragen stellen:
- Wie setze ich mich selber unter Druck?
- Wie schenke ich mir selber Ruhe und Kraft?
Noch wie ich überlegte, und Bespiele für die erste Frage langsam aufführte, schaute mich meine Gesprächspartnerin erstaunt und neugierig an und sagte dann etwa sinngemäß, dass in mir so viele Antreiber (so bezeichnete sie die Anteile) stecken und sie gleich mehrere identifiziert hätte.
Wir kamen kurz nochmal ins Gespräch, und als nächstes durfte ich sie interviewen. Meine Gesprächspartnerin, Mitte 50, glücklich in einer Beziehung und Mutter einer Tochter, hatte auch ihre gemeinen Anteile, die sie durch das Leben trieben.
Und trotz der antreibenden Anteile, wirkten wir beide nach Außen eher gelassen und ruhig.
Noch wie wir über unsere Anteile diskutierten, kam mir die Erkenntnis, dass kulturelle Unterschiede, nicht dazu führen, dass die Anteile anders sind.
Man könnte jetzt sagen, dass ich so lange in Deutschland lebe, dass ich inzwischen viele „deutsche“ innere Anteile habe. Dem ist aber nicht so, denn ich genoss eindeutig eine kurdische Erziehung.
Die Anteile sind also wirklich überall gleich. Der Drang zum Perfektionismus, zu Katastrophisieren, zum Vermeiden und zur Harmoniesucht… Wir können den Anteilen nicht „entkommen“, indem wir sagen, dass es eine typisch asiatische oder typisch europäische Eigenschaft sind. Nein, es ist wie das Blut, das in jedem Körper gleich rot ist.
Für mich ist es irgendwie erleichternd zu wissen, dass egal aus welchem Kulturkreis wir kommen, die psychosoziale Probleme gleich sind. Sie unterscheiden sich nicht, und der „Knacks“ in uns ist gleich 😊
Übrigens… zwischen meinem ersten Test im Februar und dem im August ist etwas Zeit und Arbeit vergangen. Die Anteile haben sich bei mir tatsächlich verschoben.
Du möchtest Wissen, welche Anteile in Dir sind? Kritiker, oder Vermeider? Perfektionist oder Antreiber? Oder gar ein katastrophisierender Anteil?
Dann empfehle ich Dir das oben genannte Buch 😉
PINAR

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