Da in letzter Zeit beruflich etwas mehr los war, hatte ich wenig Zeit, mir Gedanken über einen neuen Text zu machen.
Ich habe mich daher entschlossen, eine bereits bestehende Kurzgeschichte zu veröffenltichen, die im Rahmen des online Kurses „Kreatives Schreiben“ von der wunderbaren Katharina Maier entstand.
Katharina gibt uns vor jeder Stunde eine Schreibanregung, zur der wir uns Gedanken machen sollen. Dann gilt es, der Muße freien Lauf zu lassen.
Aus dem Zitat „Die Erde ist blau wie eine Orange“ von Paul Éluard entstand die Kurzgeschichtenreihe über Samanta, der Forscherin aus dem Weltall und der Wiederbesiedlung des Planeten Erde.
Ihr Wecker klingelte, und sie stand, im Vergleich zu sonstigen Tagen, schon beim ersten Klingeln auf. Heute war ein besonderer Tag für sie. Seit Wochen hatte sie sich auf diesen Tag gefreut. Es war Zeit für den Vorbeiflug an der Erde.
Die Erde, das war dieser Planet, den alle auf dem Raumschiff Heimat nannten, ohne ihn je gesehen zu haben. Sie, die Bewohner:innen des Raumschiffes konnten aber keinen anderen Planeten so nennen. Nirgendwo durften sich die Menschen niederlassen – auf keinem anderen Planeten in diesem Universum.
So waren die Regeln, die sich die Lebewesen vor Millionen von Jahren gegeben haben. Jede Spezies hatte ihren eigenen Planeten, kein anderer durfte von ihnen dauerhaft bewohnt werden.
Das teilten die an oder anderen Lebewesen den Erdenbewohner:innen bei ihren Vorbeiflügen und Kurzaufenthalten auch mit. Die Menschen gaben diese Informationen an die nachfolgenden Generationen weiter. Aber, entweder wurden sie, die wissenden Menschen, von anderen Völkern ausgelöscht, oder sie glaubten nicht mehr an das Wissen ihrer Vorfahren. Und so ging auch diese Information unter. Die vermutlich wichtigste Information der Menschheit wurde der Vergangenheit überlassen, von ihr verschlungen.
Nach ihren Berechnungen war es das Jahr 2.500 n. Chr., die großen Kriege um das Jahr 2040 herum waren längst vorbei. Die Menschheit zerstörte damals nicht nur sich selbst, sondern auch den ganzen Planeten. Einfach alles.
Nur wenige Reichte konnten fliehen, aber sie mussten schnell feststellen, dass das Leben auf der Erde mit dem im Universum nichts zu tun hatte. Es ging ums blanke Überleben.
An all dies über Ihre Ahnen musste sie kurz nachdenken, ehe sie sich anzog, und zu den anderen ins Speisezimmer ging. Sie war der Gruppe der Forschenden zugeteilt, und ihr Job war es, herauszufinden, ob nach fast 400 Jahren ihr Heimatplanet Erde wieder bewohnbar war.
Nach dem Frühstück hatte sie noch genug Zeit für eine Pause, bevor sie den Planeten anfliegen konnten.
Sie setzte sich an das große Fenster im Atrium und beobachtete die Erde. Kein Wunder, dachte sie, wirklich kein Wunder, dass all die anderen Lebewesen in diesem Universum sie für den Planeten bewunderten – gar beneideten.
Er leuchtete in allen Blautönen und dann kamen die satten grünen Stellen, die wohl der Dschungel sein mussten. Der Planet schien sich zu erholen. Selbst die große Wüste, von der ihre Großmutter berichtete, war wieder kleiner geworden.
Sie musste schmunzeln. Hätten wir uns nicht selbst zerstört, hätte es sicher einen Krieg mit den Aliens gegeben. Da war sie sich sicher. Denn die Erde war bezaubernd.
Mit den Menschen wollte aber keiner andere Spezies Kontakt haben. Zu gut kannten sie die Menschen, die in der Lage waren, sich selbst zu bekriegen und zu töten. Und auch die Überlebenden hatten in der Vergangenheit den ein oder anderen Versuch gestartet, einen anderen Planeten „zu übernehmen“.
Sie sah weiterhin aus dem Fenster. Von der Ferne sah die Erde so rund und glatt aus. Sah man genauer hin, bzw. je tiefer man hinsah, war sie keineswegs glatt und rund. Sie war bergig und hügelig und glich eher einer großen Orange mit vielen Dellen.
Sie musste an das Zitat von Paul Eluard denken, dass sie als Kind nie verstand. „Die Erde ist blau wie eine Orange“. Ich glaube, er hat das UND vergessen, flüsterte sie leise vor sich hin.
Dann stand sie auf, das Gemurmel hinter ihr wurde immer lauter. „Die Zeit des Nomadentums ist vorbei“, sagte sie diesmal laut. Sie drehte sich um und sah in die Menschenmenge hinter sich und rief laut: „Wird Zeit, die Erde wieder bewohnbar zu machen. „
„Jawohl, Captain!“ dröhnte es zurück. Sie wussten nicht, was sie erwartete und welcher Zeit sie waren.

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